Gebrauchte Software-Lizenzen legal kaufen
Viele Unternehmen zahlen für Microsoft-Lizenzen mehr als nötig, weil der Gebrauchtmarkt als Grauzone gilt. Er ist keine. Diese Seite erklärt, wie der Handel funktioniert, welche Nachweise dazugehören und worauf Sie beim Einkauf achten sollten.
Was eine gebrauchte Lizenz ist
Eine gebrauchte Lizenz ist ein Nutzungsrecht, das ein Unternehmen einmal dauerhaft erworben hat und nicht mehr benötigt. Typischer Anlass sind Umstellungen auf andere Systeme, Standortschließungen oder ein geschrumpfter Mitarbeiterstamm. Das Nutzungsrecht bleibt bestehen und darf weitergegeben werden.
Technisch unterscheidet sich diese Lizenz in nichts von einer neu gekauften: gleiche Software, gleiche Updates, gleicher Funktionsumfang. Der Unterschied liegt im Preis und darin, dass ein sauberer Herkunftsnachweis mitgeliefert werden muss.
Warum sich eine Dauerlizenz rechnet
Ein Abonnement kostet jeden Monat und endet mit der letzten Zahlung. Eine Dauerlizenz zahlen Sie einmal und nutzen sie, solange die Version im Support ist. Bei einer gebrauchten Volumenlizenz liegt der Einstiegspreis darunter, die Amortisation tritt entsprechend früher ein.
Die Faustregel aus der Praxis: Wer eine Anwendung länger als etwa drei Jahre in derselben Version einsetzt, fährt mit der Dauerlizenz günstiger. Bei einer gebrauchten Volumenlizenz verschiebt sich diese Schwelle noch einmal nach vorn, weil der Einstiegspreis deutlich unter dem Listenpreis liegt. Rechnen Sie Ihren Monatsbetrag auf 36 oder 60 Monate hoch und stellen Sie das dem einmaligen Preis gegenüber.
Welche Lizenzen übertragbar sind
Nicht jede Lizenzform lässt sich weitergeben. Die Unterscheidung entscheidet darüber, ob ein Kauf rechtssicher ist.

Übertragbar
- Volumenlizenzen aus Open-License- und Open-Value-Programmen
- Dauerlizenzen, die einmalig bezahlt wurden
- Server- und Zugriffslizenzen aus dem europäischen Wirtschaftsraum
- Einzellizenzen aus aufspaltbaren Volumenverträgen
Nicht übertragbar
- Abonnements mit laufender Gebühr, etwa Microsoft 365
- Lizenzen aus Drittländern außerhalb des Wirtschaftsraums
- Bildungs- und Behördenlizenzen mit gebundenem Nutzerkreis
- Entwicklerlizenzen aus Abonnementprogrammen
Woran Sie einen seriösen Anbieter erkennen
Vier Prüffragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten, bevor Sie kaufen.

Woher stammt die Lizenz?
Ein seriöser Anbieter nennt den Erwerbsweg und kann die Herkunft belegen.
Gibt es eine Löschbestätigung?
Der Voreigentümer muss schriftlich bestätigen, dass er die Software nicht mehr nutzt.
Ist die Kette lückenlos?
Jeder Zwischenschritt vom Ersterwerb bis zu Ihnen muss dokumentiert sein.
Kommt die Lizenz aus dem EWR?
Nur innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums greift der Erschöpfungsgrundsatz.
Server plus CAL oder Core-Lizenzierung
Bei Serverprodukten entscheidet das Lizenzmodell über vierstellige Beträge. Welches günstiger ist, hängt an einer einzigen Frage: Ist die Zahl der Zugreifenden bekannt? Wir rechnen Ihnen beide Varianten mit Ihren Zahlen gegenüber.
Die Schwelle liegt dort, wo die Summe der Zugriffslizenzen teurer wird als die Kernlizenzen. Sobald eine Anwendung nach außen erreichbar ist, etwa ein Webshop oder ein Kundenportal, ist die Zahl der Zugreifenden nicht mehr bestimmbar und die Core-Lizenzierung ohne Alternative. Nennen Sie uns Nutzerzahl und Hardware, dann rechnen wir beide Modelle gegenüber.
Der häufigste Fehler: die vergessene dritte Lizenz
Wer per Remotedesktop auf einem Server arbeitet, braucht drei Lizenzen statt zwei. Technisch funktioniert der Zugriff auch ohne die dritte, im Lizenzaudit fällt die Lücke jedoch zuverlässig auf.
Technisch fällt die Lücke nicht auf: Nach Ablauf der Testphase von 120 Tagen verweigert der Remotedesktop-Dienst neue Verbindungen, bis gültige Zugriffslizenzen auf einem Lizenzserver hinterlegt sind. Bis dahin läuft alles unauffällig weiter, und genau in dieser Zeit geht die Lizenzierung in vielen Umgebungen unter.
Häufige Fragen
Ist der Kauf gebrauchter Lizenzen wirklich legal?
Ja, höchstrichterlich bestätigt. Der Europäische Gerichtshof hat 2012 entschieden, dass dauerhaft erworbene Softwarelizenzen weiterverkauft werden dürfen. Der Bundesgerichtshof hat das für Deutschland und ausdrücklich für Microsoft-Volumenlizenzen bestätigt.
Funktioniert die Software genauso wie eine neue?
Ja. Es handelt sich um dieselbe Software mit demselben Funktionsumfang. Sie erhalten Sicherheitsupdates im selben Umfang wie bei einer neu gekauften Lizenz.
Muss Microsoft dem Kauf zustimmen?
Nein. Eine Zustimmung des Herstellers ist nach der Rechtsprechung nicht erforderlich, und eine Registrierungspflicht besteht ebenfalls nicht.
Wie viel spare ich gegenüber dem Neukauf?
Der Abstand zum Listenpreis ist deutlich und hängt von Produkt, Version und Menge ab. Nennen Sie uns Ihren Bedarf, dann rechnen wir Ihnen den konkreten Unterschied vor.
Was passiert bei einem Lizenzaudit?
Sie legen die Dokumentation vor, die Sie mit der Lizenz erhalten haben. Sie weist die lückenlose Erwerbskette nach und belegt damit die Rechtmäßigkeit Ihrer Nutzung.
Kaufen Sie auch Lizenzen an?
Ja. Wenn Ihr Unternehmen Lizenzen nicht mehr benötigt, bewerten wir Ihren Bestand und machen Ihnen ein Angebot. Details dazu finden Sie auf der Seite zum Lizenzankauf.
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