Windows Server CAL: Benutzer- oder Geräte-CAL, wie viele Sie brauchen

Veröffentlicht am 20.07.2026 · Aktualisiert am 24.10.2026
Eine Windows Server CAL (Client Access License, Zugriffslizenz) braucht jeder Benutzer oder jedes Gerät, das auf einen Windows Server zugreift. Sie wählen je Zugriff zwischen Benutzer-CAL und Geräte-CAL und dürfen beide Arten mischen. Die Zahl ergibt sich aus Ihren Benutzern und Geräten, nicht aus den Servern. Die CAL muss dieselbe oder eine neuere Version haben als der Server.
Inhalt
- Was eine Windows Server CAL ist
- Benutzer-CAL oder Geräte-CAL
- Wie viele CALs Sie brauchen: drei Beispiele
- Welche Version die CAL haben muss
- Was ohne CAL erlaubt ist
- RDS CAL: die zusätzliche Lizenz für Remotedesktop
- Zuweisung und Wechsel: die 90-Tage-Regel
- Gebrauchte CALs kaufen: der rechtliche Rahmen
- Häufige Fragen
Was eine Windows Server CAL ist
Eine CAL ist keine Software. Microsoft beschreibt sie als Lizenz, die einem Benutzer das Recht gibt, die Dienste des Servers zu nutzen. Sie installieren also nichts, Sie kaufen ein Zugriffsrecht und ordnen es einem Benutzer oder einem Gerät zu.
Die Lizenzbedingungen für Windows Server 2025 fassen das Modell in einem Satz zusammen: Jeder Benutzer oder jedes Gerät, das auf die Serversoftware zugreift, braucht eine CAL, sofern nichts anderes bestimmt ist. Das gilt für die Editionen Standard und Datacenter gleichermaßen. Beide werden nach Kernen lizenziert, und beide verlangen zusätzlich Windows Server CALs. Die Serverlizenz deckt den Betrieb der Software ab, die CAL den Zugriff darauf.
Eine Ausnahme ist Windows Server Essentials. Dort greifen laut Lizenzbedingungen höchstens 25 Benutzer oder 50 Geräte gleichzeitig zu, und die Serverlizenz deckt einen Server mit einem Prozessor und bis zu 10 Kernen ab. Remotedesktopdienste sind mit Essentials nicht lizenziert.
Die Grundlagen der Serverlizenzierung, also Kerne und Editionen, erklärt der Ratgeber Windows Server Lizenzierung. Hier geht es nur um die Zugriffsseite.

Benutzer-CAL oder Geräte-CAL
Es gibt zwei Arten von CALs, und Sie dürfen sie kombinieren:
- Geräte-CAL: erlaubt einem Gerät den Zugriff, egal welcher Benutzer es gerade nutzt.
- Benutzer-CAL: erlaubt einem Benutzer den Zugriff, egal von welchem Gerät.
Die Entscheidung ist eine Zählfrage. Haben Sie mehr Benutzer als Geräte, etwa weil mehrere Schichten dieselben Arbeitsplätze nutzen, brauchen Sie mit Geräte-CALs weniger Lizenzen. Haben Sie mehr Geräte als Benutzer, etwa weil jede Person Notebook, Tablet und Telefon nutzt, brauchen Sie mit Benutzer-CALs weniger Lizenzen. Microsoft formuliert dieselbe Logik für die RDS CAL: Das Gerätemodell passt, wenn zwei oder mehr Schichten dieselben Rechner nutzen; das Benutzermodell passt, wenn jeder Benutzer eigene Geräte hat.
| Situation | Passende CAL-Art | Beispiel |
|---|---|---|
| Mehr Benutzer als Geräte | Geräte-CAL, eine je Arbeitsplatz | Schichtbetrieb, Kiosk, Werkstatt |
| Mehr Geräte als Benutzer | Benutzer-CAL, eine je Person | Büro mit Notebook und Telefon |
| Beides gemischt | Kombination, je Zugriffsweg entscheiden | Verwaltung plus Produktion |
Wichtig für die Zählung: Die CAL gehört zu dem Benutzer oder Gerät, das direkt oder indirekt auf den Server zugreift. Eine Hardwarepartition oder ein Blade gilt dabei als eigenes Gerät.
Wie viele CALs Sie brauchen: drei Beispiele
Die Regel ist einfach: eine CAL je zugreifendem Benutzer oder je zugreifendem Gerät. Die Zahl der Server spielt keine Rolle, eine CAL erlaubt den Zugriff auf alle Ihre lizenzierten Server derselben oder einer früheren Version. Drei Rechenbeispiele:
| Ausgangslage | Benutzer-CALs | Geräte-CALs | Weniger Lizenzen |
|---|---|---|---|
| 40 Mitarbeiter, je ein eigener Arbeitsplatz, dazu je ein Notebook | 40 | 80 | Benutzer-CAL |
| 60 Mitarbeiter in zwei Schichten an 30 Arbeitsplätzen | 60 | 30 | Geräte-CAL |
| 25 Büroarbeitsplätze mit eigenen Geräten, 20 Produktionsterminals im Schichtbetrieb | 25 plus 20 | kombiniert | Kombination |
Im dritten Fall kombinieren Sie: 25 Benutzer-CALs für das Büro und 20 Geräte-CALs für die Terminals, zusammen 45 Lizenzen. Ob diese Benutzer auf einen oder auf fünf Windows Server zugreifen, ändert an der Zahl nichts.
Ein Zwischengerät senkt die Zahl nicht. Microsoft nennt das Multiplexing: Jede Methode, die Verbindungen bündelt oder die Zahl der direkt zugreifenden Benutzer und Geräte verringert, ob Hardware, Software oder Automatisierung, verringert die Zahl der nötigen Lizenzen nicht. Greifen 100 Benutzer über eine Anwendung zu, die selbst nur eine Verbindung zum Server hält, brauchen Sie trotzdem 100 CALs oder 100 Geräte-CALs.
Der Bestand an Benutzern und Geräten ist zugleich die Grundlage jeder Lizenzprüfung. Wie Sie ihn aufbereiten, beschreibt Lizenzaudit vorbereiten.
Welche Version die CAL haben muss
CALs erlauben den Zugriff auf Server derselben Version und auf frühere Versionen, nicht auf spätere. Eine Windows Server 2025 CAL deckt also Server 2025, 2022, 2019 und 2016 ab. Eine 2019 CAL deckt 2019 und 2016 ab, aber keinen Server 2022 oder 2025.
| CAL-Version | Server 2016 | Server 2019 | Server 2022 | Server 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Windows Server 2025 CAL | ja | ja | ja | ja |
| Windows Server 2022 CAL | ja | ja | ja | nein |
| Windows Server 2019 CAL | ja | ja | nein | nein |
| Windows Server 2016 CAL | ja | nein | nein | nein |
Daraus folgt für jeden Serverwechsel: Wer von 2016 auf 2022 oder 2025 geht, braucht neue CALs der Zielversion. Wer eine Windows Server 2025 Lizenz mit Downgrade-Recht nutzt und tatsächlich Server 2019 betreibt, darf laut Lizenzbedingungen auch CALs der Version 2019 einsetzen. Was das Downgrade-Recht für die Serverlizenz bedeutet, steht in Windows Server 2025 Lizenzierung; die Termine der Versionen fasst Windows Server 2016 Support-Ende zusammen.
Was ohne CAL erlaubt ist
Die Lizenzbedingungen nennen drei Ausnahmen, in denen kein CAL nötig ist:
- Verwaltung: Bis zu zwei Geräte oder Benutzer dürfen ohne CAL auf die Server zugreifen, aber nur, um sie zu administrieren.
- Server zu Server: Ein bereits lizenzierter Windows Server darf auf einen anderen lizenzierten Windows Server zugreifen.
- Web Workload: Benutzer und Geräte, die auf einen Web Workload zugreifen, brauchen keine CAL.
Für externe Benutzer gibt es statt vieler CALs den External Connector: Eine solche Lizenz, einem Server zugewiesen, erlaubt beliebig vielen externen Benutzern den Zugriff auf diesen Server. Jeder physische Server, auf den externe Benutzer zugreifen, braucht einen eigenen External Connector. Für die eigene Belegschaft bleibt es bei CALs.
RDS CAL: die zusätzliche Lizenz für Remotedesktop
Die Windows Server CAL deckt den Zugriff auf die Serverdienste ab, nicht die Remotedesktopdienste. Wer eine grafische Sitzung auf dem Server nutzt, etwa über einen Terminalserver, braucht laut Lizenzbedingungen zusätzlich zur Windows Server CAL eine Remote Desktop Services CAL (RDS CAL) der passenden Version, je Benutzer oder je Gerät. Microsoft ordnet die RDS CAL als Additive CAL ein, also als Lizenz, die zur Basis-CAL hinzukommt.
Für die RDS CAL gilt dieselbe Versionsregel: Eine RDS CAL für Windows Server 2022 erlaubt den Zugriff auf Sitzungshosts mit 2022 oder früher, nicht auf 2025. Zwei gleichzeitige Remoteverbindungen zur Verwaltung sind ohne RDS CAL erlaubt. Alles Weitere zu Lizenzserver, Kulanzfrist und Benutzer- gegen Gerätemodell steht in RDS CAL erklärt; die Produkte finden Sie unter RDS CAL kaufen.
Zuweisung und Wechsel: die 90-Tage-Regel
Bevor Sie eine Lizenz nutzen, müssen Sie sie einem Gerät oder Benutzer zuweisen. Eine CAL dürfen Sie einem anderen Gerät oder Benutzer zuweisen, aber frühestens 90 Tage nach der letzten Neuzuweisung derselben CAL. Drei Ausnahmen erlauben den sofortigen Wechsel: dauerhafter Hardwareausfall oder Verlust, Ende des Arbeits- oder Dienstvertrags des Benutzers und eine vorübergehende Umverteilung, um die Abwesenheit eines Benutzers oder den Ausfall eines Geräts zu überbrücken.
Praktisch heißt das: Eine Geräte-CAL darf vorübergehend auf ein Leihgerät wandern, während das Stammgerät in Reparatur ist, und eine Benutzer-CAL auf eine Aushilfe, während der Benutzer abwesend ist. Halten Sie die Zuordnung schriftlich fest, mit Datum. Das ist Ihr Nachweis bei einer Prüfung.
Gebrauchte CALs kaufen: der rechtliche Rahmen
Windows Server CALs sind unbefristete Lizenzen und dürfen in der EU weiterverkauft werden. Grundlage ist der Erschöpfungsgrundsatz: Mit dem Erstverkauf einer Programmkopie in der Union durch den Rechtsinhaber oder mit seiner Zustimmung erschöpft sich sein Verbreitungsrecht (Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie 2009/24/EG). Der Europäische Gerichtshof hat im Urteil C-128/11 entschieden, dass der Rechtsinhaber dem Weiterverkauf dann auch ungeachtet anderslautender vertraglicher Bestimmungen nicht mehr widersprechen kann; der Vorbesitzer muss seine eigene Kopie unbrauchbar machen. In Deutschland setzt § 69c Nr. 3 Urheberrechtsgesetz (UrhG) die Regel um.
Für den Kauf zählen drei Nachweise: der Erstverkauf in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), die Erklärung des Vorbesitzers und die lückenlose Erwerbskette. Welche Irrtümer sich um gebrauchte Lizenzen halten, räumt Gebrauchte Software: fünf Irrtümer aus; die Grundlagen stehen unter Rechtssicherheit bei gebrauchter Software.
Häufige Fragen
Was bedeutet CAL?
CAL steht für Client Access License, auf Deutsch Zugriffslizenz. Sie gibt einem Benutzer oder einem Gerät das Recht, die Dienste eines Windows Servers zu nutzen; Software ist sie nicht.
Wann brauche ich Benutzer-CALs?
Wenn Sie mehr Geräte als Benutzer haben, etwa weil jede Person mit Notebook, Tablet und Telefon zugreift. Dann ist eine Benutzer-CAL je Person die kleinere Zahl. Bei Schichtbetrieb an geteilten Rechnern sind Geräte-CALs die kleinere Zahl.
Brauche ich CALs für Windows Server Essentials?
Essentials ist auf 25 gleichzeitige Benutzer oder 50 Geräte begrenzt und läuft auf einem Server mit einem Prozessor und bis zu 10 Kernen. Die Lizenzbedingungen führen für Essentials keine CAL-Pflicht wie bei Standard und Datacenter; die Grenzen von 25 und 50 gelten stattdessen. Remotedesktopdienste sind mit Essentials nicht lizenziert.
Gilt meine 2019 CAL für einen Windows Server 2025?
Nein. CALs decken dieselbe und frühere Versionen ab, keine späteren. Für einen Server 2025 brauchen Sie Windows Server 2025 CALs. Umgekehrt deckt eine 2025 CAL auch Server 2022, 2019 und 2016 ab.
Wie viele CALs brauche ich für 40 Mitarbeiter an 25 Arbeitsplätzen?
Mit Geräte-CALs 25, mit Benutzer-CALs 40. Greifen die 40 Personen nur über die 25 Arbeitsplätze zu, sind 25 Geräte-CALs die kleinere Zahl. Greifen sie zusätzlich von eigenen Notebooks oder Telefonen zu, rechnen Sie mit 40 Benutzer-CALs.
Brauchen Administratoren eine CAL?
Bis zu zwei Geräte oder Benutzer dürfen ohne CAL auf die Server zugreifen, aber nur zur Verwaltung. Ab dem dritten Administrator oder bei jeder anderen Nutzung ist eine CAL nötig.
Was ist Multiplexing?
Jede Methode, die Verbindungen bündelt oder die Zahl der direkt zugreifenden Benutzer und Geräte verringert, etwa ein Anwendungsserver zwischen Benutzern und Windows Server. Multiplexing senkt die Zahl der nötigen CALs nicht; gezählt werden die Benutzer oder Geräte am Anfang der Kette.
Darf ich gebrauchte CALs kaufen?
Ja. CALs sind unbefristete Lizenzen, und der Erschöpfungsgrundsatz erlaubt den Weiterverkauf in der EU. Verlangen Sie den Beleg zum Erstverkauf im EWR, die Erklärung des Vorbesitzers und die Erwerbskette.
Was Lizenzus für Sie tut
Wir liefern gebrauchte Windows Server CALs als Benutzer- und Geräte-CAL, mit den drei Nachweisen zu jeder Lizenz. Welche Versionen verfügbar sind, zeigt die Übersicht Windows Server CAL kaufen, passende Serverlizenzen stehen unter Windows Server Lizenz kaufen. Nennen Sie uns in Ihrer Anfrage die Serverversion, die Zahl der Benutzer und Geräte und ob Remotedesktopdienste im Spiel sind; wir stellen daraus die passenden CALs zusammen. Ihre Anfrage ist unverbindlich.
Quellen
- Microsoft: Microsoft License Terms, Windows Server 2025 Datacenter und Standard, Abschnitte 1, 3, 4 und 5, abgerufen 23.10.2026
- Microsoft Licensing: Client Access Licenses and Management Licenses, abgerufen 23.10.2026
- Microsoft Licensing: Windows Server 2025 Licensing Guidance, abgerufen 23.10.2026
- Microsoft Licensing: Base and Additive CALs, abgerufen 23.10.2026
- Microsoft Licensing: Multiplexing, abgerufen 23.10.2026
- Microsoft Licensing: Windows Server licensing, abgerufen 23.10.2026
- Microsoft Licensing: Product Terms, Universal License Terms for all Software, abgerufen 23.10.2026
- Microsoft Learn: License your RDS deployment with client access licenses, abgerufen 23.10.2026
- Amtsblatt der EU: Richtlinie 2009/24/EG, Artikel 4 Absatz 2
- EuGH, Urteil vom 03.07.2012, C-128/11 UsedSoft, Randnummern 70 und 77
- § 69c UrhG
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