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Microsoft Support-Ende planen: Lifecycle, ESU und alle Termine

Fixed und Modern Lifecycle Policy, was Mainstream und Extended Support enthalten, wie ESU funktioniert, die Termine aller wichtigen Server- und Office-Produkte und ein Plan in fünf Schritten.

Lizenzus Fachredaktion
Microsoft Support-Ende planen: Lifecycle, ESU und alle Termine

Veröffentlicht am 18.07.2026 · Aktualisiert am 24.10.2026

Microsoft beendet den Support seiner Server- und Office-Produkte nach festen Regeln: Produkte mit Fixed Lifecycle Policy haben zwei Phasen mit festen Enddaten, Mainstream Support und Extended Support. Produkte mit Modern Lifecycle Policy laufen ohne Enddatum, solange Sie aktuell bleiben. Nach dem Supportende gibt es keine Sicherheitsupdates mehr, außer über das kostenpflichtige Programm Extended Security Updates (ESU).

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Zwei Richtlinien: Fixed und Modern

Microsoft führt jedes Produkt unter einer von zwei Lebenszyklus-Richtlinien. Welche gilt, steht auf der Produktseite der Lifecycle-Datenbank.

  • Fixed Lifecycle Policy: ein fester Zeitplan ab Produktstart mit mindestens fünf Jahren Mainstream Support und für einige Produkte einer weiteren Phase Extended Support. Das ist das Modell der Kaufversionen: Windows Server, SQL Server, Exchange Server 2019, SharePoint Server 2019, Office 2016 bis Office LTSC 2024.
  • Modern Lifecycle Policy: fortlaufender Support ohne veröffentlichtes Enddatum, solange der Kunde die veröffentlichten Service- und Systemanforderungen erfüllt, lizenziert ist und Microsoft das Produkt noch unterstützt. Kündigt Microsoft das Ende an, gibt es mindestens zwölf Monate Vorlauf, sofern kein Nachfolger angeboten wird. Das ist das Modell der Abonnementprodukte und der Subscription Editions von Exchange und SharePoint.

Der Unterschied ist für die Planung entscheidend: Ein Fixed-Produkt hat ein Datum, auf das Sie hinarbeiten. Ein Modern-Produkt hat stattdessen eine Pflicht, aktuell zu bleiben; wer Updates auslässt, fällt aus dem Support, ohne dass ein Datum verstreicht.

Die drei Phasen des Microsoft-Lebenszyklus im Vergleich: Mainstream Support, Extended Support und Extended Security Updates mit den jeweils enthaltenen Leistungen

Die Phasen: Mainstream, Extended, danach

Für Fixed-Produkte legt Microsoft fest, was in jeder Phase enthalten ist:

LeistungMainstreamExtendedNach Supportende
Sicherheitsupdatesjaja, ohne Zusatzkostennur über ESU
Sonstige Updates (ohne Sicherheitsbezug)auf Anfrageneinnein
Anfragen zu Designänderungen und neuen Funktionenjaneinnein
Bezahlter Supportjajaja
Support aus Lizenz oder Software Assurancejaneinnein

Drei Folgen aus der Tabelle: Erstens enden Supportleistungen, die in einer Lizenz oder in Programmen wie Software Assurance enthalten sind, mit dem Mainstream Support. Zweitens bleiben im Extended Support Fehler ohne Sicherheitsbezug offen, nur Sicherheitslücken werden geschlossen. Drittens endet mit dem Produktsupport auch der Support aller Service Packs; der Lebenszyklus des Produkts hat Vorrang. Für SQL Server gibt es seit der Version 2017 keine Service Packs mehr, Microsoft empfiehlt dort das jeweils aktuelle kumulative Update.

Extended Security Updates

Extended Security Updates sind laut Microsoft die letzte kostenpflichtige Option für Kunden, die bestimmte ältere Produkte über das Supportende hinaus betreiben müssen. Sie enthalten Sicherheitsupdates der Stufen kritisch und wichtig für bis zu drei Jahre nach dem Ende des Extended Supports. Sie verlängern den Lebenszyklus nicht, enthalten keinen technischen Support über den ursprünglichen Zeitraum hinaus und keine neuen Funktionen, keine sonstigen Updates und keine Designänderungen.

Voraussetzung außerhalb von Azure ist laut Microsoft unter anderem eine aktive Software Assurance oder eine aktive Abonnementlizenz; für virtuelle Maschinen in Azure sind ESU kostenlos. Mit Stand 23.10.2026 nennt Microsofts ESU-Übersicht Windows Server 2012 und 2012 R2 (drittes und letztes Jahr bis 13.10.2026) und Windows 10 (bis 10.10.2028); SQL Server 2016 führt ESU bis Juli 2029 auf seiner Produktseite, Windows Server 2016 hat ein Programm bis Januar 2030, siehe Windows Server 2016 Support-Ende. Für Exchange 2016 und 2019 lief ein ESU-Programm bis Oktober 2026, siehe Exchange 2019 Support-Ende.

Die Termine im Überblick

Alle Daten stammen von Microsofts Lifecycle-Seiten, abgerufen am 23.10.2026, umgerechnet auf den letzten Tag mit Support (siehe nächster Abschnitt). Modern-Produkte haben kein Enddatum.

ProduktEnde MainstreamEnde ExtendedDanach
Windows Server 201611.01.202212.01.2027ESU bis Januar 2030
Windows Server 201909.01.202409.01.2029kein ESU genannt
Windows Server 202213.10.202614.10.2031kein ESU genannt
Windows Server 202513.11.202914.11.2034kein ESU genannt
SQL Server 201613.07.202114.07.2026ESU bis Juli 2029
SQL Server 201711.10.202212.10.2027kein ESU genannt
SQL Server 201928.02.202508.01.2030kein ESU genannt
SQL Server 202211.01.202811.01.2033kein ESU genannt
Exchange Server 201613.10.202014.10.2025ESU beendet Oktober 2026
Exchange Server 201909.01.202414.10.2025ESU beendet Oktober 2026
Exchange Server Subscription EditionModern, seit 01.07.2025kein Enddatumaktuell bleiben
SharePoint Server 201613.07.202114.07.2026kein ESU genannt
SharePoint Server 201909.01.202414.07.2026kein ESU genannt
SharePoint Server Subscription EditionModern, seit 02.11.2021kein Enddatumaktuell bleiben
Office 201613.10.202014.10.2025kein ESU genannt
Office 201910.10.202314.10.2025kein ESU genannt
Office LTSC 202113.10.2026nicht gelistetkein ESU genannt
Office LTSC 202409.10.2029nicht gelistetkein ESU genannt
Windows 10 (22H2, letzte Version)Modern14.10.2025ESU bis 10.10.2028
Windows 11 Enterprise LTSC 202409.10.2029nicht gelistetkein ESU genannt

Für Office LTSC 2021, Office LTSC 2024 und Windows 11 Enterprise LTSC 2024 führt Microsoft nur ein Mainstream-Ende; ein Extended-Ende steht dort nicht. Warum die LTSC-Versionen von Windows eigene Laufzeiten haben, steht in Windows LTSC erklärt. Die Office-Termine im Einzelnen stehen in Office Support-Ende: 2016 bis 2024, die Wege nach dem Supportende von Windows 10 in Windows 10 Support-Ende für Unternehmen. Windows Server 2019 wurde am 13.11.2018 neu veröffentlicht, und Microsoft hat die Supportdaten an diesen Termin angepasst. Die Einzelheiten zu den Serverversionen stehen in den Beiträgen Windows Server 2019, Windows Server 2022, Windows Server 2025 und SharePoint 2019.

Warum Microsoft einen Tag später anzeigt

Microsofts Lifecycle-Seiten zeigen Enddaten als Zeitstempel in pazifischer Zeit, meist 6:59:59 Uhr am Tag nach dem Kalenderende. Für Windows 10 steht im Text der 14.10.2025 und in der Tabelle der 15.10.2025, 6:59:59 Uhr; beides meint denselben Zeitpunkt, denn 6:59 Uhr pazifischer Zeit am 15.10. ist das Ende des 14.10. in Redmond. Wir nennen in allen Beiträgen den Kalendertag, an dem der Support endet, also den letzten Tag mit Updates. Wenn Sie Termine aus den Lifecycle-Seiten in Ihren Plan übernehmen, ziehen Sie bei Zeitstempeln um 6:59 Uhr einen Tag ab.

In fünf Schritten zum Plan

  1. Bestand erfassen: jeden Server und jedes Office-Paket mit Produkt, Version, Edition und Rolle auflisten, dazu die Zugriffslizenzen (CALs) mit Version. Dieser Bestand ist zugleich die Grundlage für ein Lizenzaudit.
  2. Termine zuordnen: jedem Eintrag das Ende des Mainstream und des Extended Supports aus der Tabelle zuweisen; bei Modern-Produkten stattdessen den Stand der Updates prüfen.
  3. Risiko einordnen: Systeme, die von außen erreichbar sind oder Nachrichten aus dem Internet annehmen, zuerst; interne Systeme ohne Zugang von außen zuletzt.
  4. Zielversion wählen: eine Version, deren Extended Support über die geplante Nutzungsdauer hinausreicht. Verlangt eine Anwendung eine ältere Version, hilft das Downgrade-Recht: Mit einer Lizenz für Windows Server 2025 dürfen Sie laut Microsoft auch frühere Versionen derselben oder einer niedrigeren Edition betreiben, siehe Windows Server 2025 Lizenzierung.
  5. Lizenzen beschaffen und dokumentieren: Serverlizenzen und CALs vor der Migration kaufen, die Zuordnung festhalten und das Datum für die nächste Prüfung des Plans eintragen, etwa jährlich.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen betreibt Windows Server 2016 mit SQL Server 2016 für eine Warenwirtschaft. Beide stehen in der Tabelle mit nahen Terminen: SQL 2016 ist seit dem 14.07.2026 ohne Extended Support, Windows Server 2016 endet am 12.01.2027. Der Plan: Zielversion Windows Server 2025 und SQL Server 2022, Migration vor Januar 2027, CALs der Version 2025, altes System danach abschalten.

Was gebrauchte Lizenzen damit zu tun haben

Der Lebenszyklus bestimmt den Wert einer Lizenz: Je länger der Extended Support noch reicht, desto länger ist eine Version nutzbar. Gebrauchte, unbefristete Lizenzen gibt es für alle Versionen in der Tabelle, die als Kaufversion verkauft wurden; der Weiterverkauf ist in der EU nach Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie 2009/24/EG zulässig, wenn die Lizenz mit Zustimmung des Rechtsinhabers in der Union erstmals verkauft wurde, bestätigt durch den Europäischen Gerichtshof im Urteil C-128/11. Zwei Folgen für den Einkauf: Eine Version kurz vor dem Supportende ist nur für kurze Restlaufzeiten oder als Zwischenschritt sinnvoll, und eine aktuelle Version mit Downgrade-Recht deckt beides ab.

Umgekehrt gilt: Microsofts Lizenzbedingungen schließen jede Haftung für Produkte aus, die nach dem Supportende weiterlaufen; der Weiterbetrieb geschieht auf eigenes Risiko. Was das rechtlich bedeutet, erklärt Rechtssicherheit bei gebrauchter Software.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mainstream und Extended Support?

Im Mainstream Support liefert Microsoft Sicherheitsupdates, sonstige Updates auf Anfrage und nimmt Änderungswünsche an; Supportleistungen aus Lizenz oder Software Assurance gelten nur hier. Im Extended Support gibt es nur noch Sicherheitsupdates ohne Zusatzkosten und bezahlten Support.

Was passiert nach dem Supportende?

Das Produkt läuft weiter, bekommt aber keine Sicherheitsupdates und keine sonstigen Updates mehr. Sicherheitsupdates gibt es nur noch über das ESU-Programm, falls Microsoft eines anbietet. Der Weiterbetrieb geschieht laut Lizenzbedingungen auf eigenes Risiko.

Wann läuft der Support für Windows 10 aus?

Am 14.10.2025 ist er ausgelaufen; die Version 22H2 ist die letzte. Extended Security Updates gibt es laut Microsoft bis 10.10.2028.

Was ist die Modern Lifecycle Policy?

Das Modell ohne festes Enddatum: Der Support läuft, solange Sie die Service- und Systemanforderungen erfüllen und lizenziert sind. Vor einem Ende gibt es mindestens zwölf Monate Vorlauf, wenn kein Nachfolger angeboten wird. Exchange Server Subscription Edition und SharePoint Server Subscription Edition laufen so.

Was läuft 2026 aus?

Aus der Tabelle: SharePoint Server 2016 und 2019 (14.07.2026), SQL Server 2016 (14.07.2026), der Mainstream Support von Windows Server 2022 (13.10.2026) und von Office LTSC 2021 (13.10.2026), die ESU von Windows Server 2012 und 2012 R2 (13.10.2026).

Kann ich Office 2016 noch nutzen?

Der Support ist am 14.10.2025 ausgelaufen, ein ESU-Programm nennt Microsoft nicht. Das Programm läuft weiter, bekommt aber keine Sicherheitsupdates mehr.

Warum steht auf der Microsoft-Seite ein anderes Datum als hier?

Microsoft zeigt Zeitstempel in pazifischer Zeit um 6:59:59 Uhr am Folgetag. Wir nennen den letzten Kalendertag mit Support, also einen Tag früher.

Was Lizenzus für Sie tut

Wir liefern gebrauchte, unbefristete Lizenzen für Windows Server, SQL Server, Exchange Server, SharePoint Server und Office in den Versionen, die in der Tabelle noch Support haben, jede mit Nachweis zum Erstverkauf im EWR, Erklärung des Vorbesitzers und Erwerbskette. Die Übersicht steht unter Microsoft-Lizenzen kaufen. Nennen Sie uns in Ihrer Anfrage Ihren Bestand und die geplante Laufzeit; wir schlagen Zielversionen und Lizenzen vor. Ihre Anfrage ist unverbindlich.

Quellen

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