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Lizenzierung

KMS und MAK: So werden Microsoft-Lizenzen aktiviert

KMS, MAK und Active Directory-basierte Aktivierung im Vergleich: Schwellenwerte, 180 Tage, Port 1688 und was die Aktivierung über die Lizenzform verrät.

Lizenzus Fachredaktion
KMS und MAK: So werden Microsoft-Lizenzen aktiviert

KMS und MAK sind die beiden klassischen Wege, Microsoft-Volumenlizenzen zu aktivieren. Wer weiß, wie eine Installation aktiviert wurde, weiß oft auch, aus welchem Vertriebskanal die Lizenz stammt. Dieser Beitrag erklärt KMS, MAK und die Active Directory-basierte Aktivierung, nennt die von Microsoft dokumentierten Schwellenwerte und zeigt, was die Aktivierungsart über die Lizenzform verrät.

Drei Kanäle, drei Aktivierungswege

Microsoft-Software wird laut Microsoft über drei Hauptkanäle bezogen: Retail, OEM und Volumenlizenzverträge. Für jeden Kanal gibt es eigene Aktivierungsmethoden.

Bei Retail gehört zu jeder gekauften Kopie ein eindeutiger Produktschlüssel. Die Aktivierung läuft meist online, eine Aktivierung per Telefon ist ebenfalls möglich. Bei OEM aktiviert der Gerätehersteller Windows, indem er das Betriebssystem mit der Firmware beziehungsweise dem BIOS des Computers verknüpft. Diese OEM-Aktivierung gibt es nur bei Computern, die über den OEM-Kanal gekauft wurden und auf denen Windows vorinstalliert ist. Für Volumenlizenzen stehen KMS, MAK und die Active Directory-basierte Aktivierung zur Verfügung. Das betrifft etwa Windows Server und Microsoft Office aus Volumenverträgen.

KMS: Aktivierung über einen Server im eigenen Netz

KMS arbeitet nach dem Client-Server-Modell. Die Clients verbinden sich zur Aktivierung mit einem KMS-Host im lokalen Netz. Der Host nutzt standardmäßig TCP über Port 1688.

Damit der Host aktiviert, müssen genug Clients anfragen. Clients werden aktiviert, wenn der Zähler bei 25 oder höher liegt. Für Server und für Volumeneditionen von Microsoft Office gilt ein Schwellenwert von fünf.

Eine KMS-Aktivierung ist 180 Tage gültig. Standardmäßig versuchen die Clients alle sieben Tage, die Aktivierung zu erneuern. Der Schlüssel für den KMS-Host stammt aus dem Volume Licensing Service Center (VLSC), und zwar aus den Verträgen Open, Open Value, Select, Enterprise und Services Provider License.

Vergleich der Aktivierungswege KMS, MAK und Active Directory mit Schwellenwerten, Gültigkeit und Port

MAK: Einmalaktivierung bei Microsoft

Der Multiple Activation Key (MAK) dient der einmaligen Aktivierung. Sie läuft über die Online-Dienste von Microsoft, per Telefon oder über einen VAMT-Proxy. Es braucht keinen Server im eigenen Netz.

Jeder MAK hat eine festgelegte Zahl von Aktivierungen. Sie richtet sich nach einem Prozentsatz der Lizenzen, die das Unternehmen erworben hat. Wird die Zahl knapp, lässt sie sich durch einen Anruf bei Microsoft erhöhen. Den Prozentsatz selbst nennt die Quelle nicht, deshalb nennen wir hier keine Zahl.

Active Directory-basierte Aktivierung

Bei dieser Methode aktivieren sich Computer über die Verbindung zur Domäne des Unternehmens. Voraussetzung ist, dass die Computer die Domäne erreichen und eine aktuell unterstützte Windows-Version nutzen. Die Aktivierung bleibt bis zu 180 Tage nach dem letzten Kontakt mit der Domäne bestehen. Standardmäßig wird sie alle sieben Tage erneuert.

Woran Sie eine Volumenlizenz erkennen

Die Aktivierungsart gibt Hinweise auf die Lizenzform:

  • Meldet sich ein Gerät bei einem KMS-Host im eigenen Netz, spricht das für eine Volumenlizenz. Der Schlüssel für den Host stammt laut Microsoft aus dem VLSC der Volumenverträge.
  • Ist ein Schlüssel einmalig online oder per Telefon aktiviert worden und für mehrere Installationen vorgesehen, handelt es sich um einen MAK und damit um Volumenaktivierung.
  • Gehört zu einer Kopie genau ein eigener Produktschlüssel, ist es ein Retail-Schlüssel.
  • Ist Windows ab Werk auf einem Gerät vorinstalliert und mit der Firmware verknüpft, ist es OEM.

Eine Besonderheit gilt für Windows-Clients: Die Lizenzen aus Volumenprogrammen wie Open License, Select License und Enterprise Agreements decken laut Microsoft nur Upgrades auf Windows-Client-Betriebssysteme ab.

Was das für gebrauchte Lizenzen bedeutet

Die Aktivierungsart sagt, wie eine Installation aktiviert wurde. Sie ersetzt keinen Nachweis über die Lizenz selbst. Ob eine Lizenz weitergegeben werden darf, ist eine eigene Frage, die wir im Beitrag zu Volumen- und Einzellizenzen behandeln.

Bei gebrauchten Volumenlizenzen liefern wir deshalb Nachweise mit: Erstinverkehrbringen im EWR, Löschbestätigung des Vorbesitzers und eine lückenlose Erwerbskette. Der EuGH nennt Produktschlüssel als mögliche technische Schutzmaßnahme der Rechteinhaber (Rn. 79 im Urteil C-128/11). Wenn Sie wissen möchten, welche Lizenzform bei Ihnen im Einsatz ist, helfen wir Ihnen bei der Einordnung über unsere Anfrage.

Mehr dazu: Volumenlizenz oder Einzellizenz: Unterschiede und Übertragbarkeit und Microsoft-Volumenlizenz im Überblick.

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