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Lizenzierung

Was ist eine Volumenlizenz? Unterschied zu Einzellizenz und OEM

Was eine Volumenlizenz von Einzellizenz und OEM unterscheidet: Programme, Rechte wie Downgrade und Reimaging, Aktivierung, Übertragbarkeit und Weiterverkauf nach EU-Recht, mit Entscheidungstabelle.

Lizenzus Fachredaktion
Was ist eine Volumenlizenz? Unterschied zu Einzellizenz und OEM

Veröffentlicht am 12.07.2026 · Aktualisiert am 24.10.2026

Eine Volumenlizenz ist eine Lizenz aus einem Volumenlizenzvertrag mit Microsoft, mit dem Unternehmen mehrere Lizenzen unter einer Vereinbarung erwerben. Der Unterschied zur Einzellizenz liegt in den Rechten: Volumenlizenzen bringen die Aktivierung über KMS oder MAK, Downgrade-Rechte und Reimaging mit. Einzellizenzen sind an je eine Kopie und einen Schlüssel gebunden.

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Drei Kanäle: Retail, OEM, Volumen

Microsoft beschreibt in seiner Dokumentation zur Volumenaktivierung drei Hauptkanäle, über die Software zum Kunden kommt: Einzelhandel (Retail), Gerätehersteller (OEM) und Volumenlizenzverträge. Jeder Kanal hat eigene Aktivierungsverfahren.

MerkmalRetail (Einzellizenz)OEMVolumenlizenz
BezugEinzelkauf je Kopievorinstalliert auf einem GerätVolumenlizenzvertrag mit Microsoft
Schlüsselein eigener Schlüssel je Kopievom Hersteller mit dem Gerät verknüpftMAK für mehrere Rechner oder KMS
Bindungan die Kopie, übertragbar auf eigenes Gerätan das Gerätan das Unternehmen, Zuweisung an Benutzer oder Gerät
Downgradenur teilweisenur Professional, solange unterstütztfrühere Version und niedrigere Edition
Reimagingneinneinja, bei identischem Produkt

Bei Retail gehört laut Microsoft zu jeder gekauften Kopie ein eigener Produktschlüssel. Die OEM-Aktivierung gibt es nur für Rechner, die über OEM-Kanäle mit vorinstalliertem Windows gekauft wurden. Volumenlizenzen beschreibt Microsoft als Programme, die auf Größe und Kaufpräferenz der Organisation zugeschnitten sind; dafür muss die Organisation eine Volumenlizenzvereinbarung mit Microsoft abschließen. Manche Editionen, etwa Windows Enterprise, gibt es nur über Volumenlizenzverträge oder Abonnements.

Eine Besonderheit gilt für Windows auf Arbeitsplätzen: Die Lizenzen aus Volumenprogrammen decken laut Microsoft nur Upgrades des Windows-Client-Betriebssystems ab. Jeder Rechner braucht zuvor eine Retail- oder OEM-Lizenz für eine unterstützte Windows-Version. Für Windows Server, SQL Server, Exchange, SharePoint und Office gilt das nicht; dort ist die Volumenlizenz die vollständige Lizenz.

Vergleich der drei Lizenzkanäle Retail, OEM und Volumenlizenz: Bezug, Produktschlüssel und Aktivierung

Die Volumenlizenzprogramme

Microsoft führt mehrere Programme, die sich in Mindestmenge, Laufzeit und Verwaltung unterscheiden. Die wichtigsten für Kauflizenzen:

  • Open Value: liefert laut Microsoft unbefristete Lizenzen; einmal vollständig bezahlt, darf der Kunde die Software dauerhaft nutzen. Open Value Subscription richtet sich an Unternehmen mit fünf oder mehr Desktops und erlaubt den Wechsel auf unbefristete Lizenzen über eine Buy-out-Option.
  • Open License: das frühere Einstiegsprogramm. Microsoft hat die Käufe über Open License zum 31.12.2021 beendet und das Programm zum 01.01.2022 eingestellt; bereits erworbene unbefristete Lizenzen bleiben laut Microsoft mit vollen Rechten nutzbar. Für reine Lizenzkäufe verweist Microsoft seitdem auf Partner im Cloud Solution Provider Programm, siehe CSP-Lizenz erklärt.
  • Enterprise Agreement, Select Plus, Microsoft Products and Services Agreement (MPSA): die Programme für größere Organisationen; MPSA-Lizenzen werden im Microsoft Business Center verwaltet.

Das Volume Licensing Service Center, lange das Portal für Volumenlizenzen, hat Microsoft im April 2024 eingestellt. Lizenzen aus den klassischen Programmen werden seitdem im Microsoft 365 Admin Center verwaltet.

Was eine Volumenlizenz mehr kann

Die Product Terms, Microsofts Lizenzbedingungen für Volumenlizenzen, geben Rechte, die Einzellizenzen nicht oder nur eingeschränkt haben:

  • Downgrade und niedrigere Edition: Statt der lizenzierten Version darf der Kunde eine frühere Version oder eine niedrigere Edition installieren und nutzen; die Nutzungsrechte der lizenzierten Version gelten weiter. Umgekehrt erfüllt eine Lizenz für eine frühere Version nicht die Anforderungen für ein aktuelles Produkt.
  • Reimaging: das Kopieren der Software aus einem einheitlichen Image auf mehrere Geräte. Microsoft gewährt dieses Recht Kunden in Programmen wie Enterprise Agreement, MPSA, Open License und Open Value, und nur, wenn das Image mit dem lizenzierten Produkt identisch ist.
  • Software Assurance: optionale Zusatzdeckung, die laut Product Terms weitere Nutzungsrechte gewähren kann; diese Rechte enden mit dem Ablauf der Deckung. Downgrade-Rechte sind laut einem Microsoft-Beitrag aus dem Jahr 2013 kein Software-Assurance-Vorteil, sondern ein Vorteil des Volumenkanals selbst.
  • Zuweisung statt Kopie: Die Lizenz wird einem Gerät oder Benutzer zugewiesen und darf frühestens nach 90 Tagen neu zugewiesen werden, mit Ausnahmen bei Hardwareausfall oder Vertragsende.

Bei Windows als Retail-Lizenz erlauben die Lizenzbedingungen dagegen nur, die Software auf ein anderes eigenes Gerät zu übertragen, wobei sie vom alten Gerät entfernt werden muss. OEM-Windows darf nur zusammen mit dem Gerät an einen anderen Nutzer übertragen werden, und ein Downgrade gibt es dort nur bei Professional-Geräten vom Hersteller, solange Microsoft die frühere Version unterstützt.

Aktivierung: KMS, MAK, Active Directory

Für Volumenlizenzen stehen drei Aktivierungsverfahren zur Wahl: der Multiple Activation Key (MAK), der Key Management Service (KMS) und die Active Directory-basierte Aktivierung. Ein MAK funktioniert laut Microsoft wie ein Retail-Schlüssel, ist aber für mehrere Rechner gültig und hat eine feste Zahl an Aktivierungen. KMS aktiviert im eigenen Netz, sobald Schwellenwerte erreicht sind: mindestens 5 Rechner für Windows Server und 25 für Windows-Clients. Volumeneditionen von Windows verbinden sich automatisch mit einem KMS-Host; der dafür vorinstallierte Schlüssel (GVLK) aktiviert nicht gegen Microsoft, sondern nur gegen einen KMS-Host oder ein Active-Directory-Objekt. Die Einzelheiten stehen in KMS-Aktivierung und MAK erklärt.

Übertragbarkeit und Weiterverkauf

Für die Übertragung gelten zwei Ebenen: der Vertrag mit Microsoft und das Recht der EU. Die Regeln je Lizenztyp, von Retail über OEM bis Volumen, stehen in Microsoft-Lizenz übertragen.

Vertrag: Der Microsoft Customer Agreement erlaubt die Übertragung nur für vollständig bezahlte, unbefristete Lizenzen, und zwar an ein verbundenes Unternehmen oder an Dritte im Zusammenhang mit der Übertragung von Hardware oder Mitarbeitern bei einer Ausgliederung oder Fusion; der Kunde muss die Software danach deinstallieren und Kopien unbrauchbar machen. Die Lizenzbedingungen für Windows und Office nehmen Deutschland und den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ausdrücklich aus: Für Software, die dort erworben wurde, gilt der Übertragungsabschnitt nicht, sondern das anwendbare Recht.

EU-Recht: Nach Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie 2009/24/EG erschöpft sich das Verbreitungsrecht an einer Programmkopie mit dem Erstverkauf in der Union durch den Rechtsinhaber oder mit seiner Zustimmung. Der Europäische Gerichtshof hat im Urteil C-128/11 entschieden, dass das Herunterladen einer Kopie und der Lizenzvertrag ein unteilbares Ganzes bilden, dass die Überlassung gegen Entgelt mit unbefristetem Nutzungsrecht ein Erstverkauf ist, und dass der Rechtsinhaber dem Weiterverkauf dann ungeachtet anderslautender vertraglicher Bestimmungen nicht mehr widersprechen kann. Der Vorbesitzer muss seine eigene Kopie unbrauchbar machen. In Deutschland steht die Regel in § 69c Nr. 3 Urheberrechtsgesetz. Damit sind unbefristete Volumenlizenzen in der EU weiterverkäuflich; Abonnements und Software Assurance sind es nicht, weil sie befristet sind. Die Einzelheiten erklärt Rechtssicherheit bei gebrauchter Software.

Volumenlizenz oder Einzellizenz: die Wahl

SituationPassende Lizenzart
Server, Serverzugriff (CALs), SQL Server, Exchange, SharePointVolumenlizenz
Office auf vielen Arbeitsplätzen, Installation aus einem Image, Aktivierung über KMSVolumenlizenz
Ältere Version nötig, aber aktuelle Lizenz gewünscht (Downgrade)Volumenlizenz
Einzelner Arbeitsplatz, keine zentrale VerwaltungEinzellizenz (Retail)
Windows auf neuem GerätOEM mit dem Gerät, Volumen nur als Upgrade

Für Unternehmen ist die Volumenlizenz bei allem, was auf Servern läuft oder auf Server zugreift, die Regel. Gebraucht gekauft bringt sie dieselben Rechte mit, wenn drei Nachweise vorliegen: der Erstverkauf im EWR, die Erklärung des Vorbesitzers und die lückenlose Erwerbskette. Was mit Windows Server im Einzelnen gemeint ist, zeigen Windows Server 2025 Lizenzierung und Windows Server CAL: Benutzer- oder Geräte-CAL; der Ratgeber Microsoft Volumenlizenz ordnet die Programme ein.

Häufige Fragen

Was ist eine Volumenlizenz?

Eine Lizenz aus einem Volumenlizenzvertrag mit Microsoft, über den eine Organisation mehrere Lizenzen erwirbt. Sie wird einem Benutzer oder Gerät zugewiesen, über MAK oder KMS aktiviert und bringt Downgrade- und Reimaging-Rechte mit.

Was bedeutet Einzellizenz?

Eine Lizenz aus dem Einzelhandel (Retail) mit eigenem Produktschlüssel je Kopie. Sie darf auf ein anderes eigenes Gerät übertragen werden, muss dafür aber vom alten entfernt werden.

Ist eine Volumenlizenz legal weiterverkäuflich?

Ja, wenn sie unbefristet ist und in der EU oder im EWR mit Zustimmung des Rechtsinhabers erstmals verkauft wurde. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass vertragliche Verbote dem nicht entgegenstehen; der Vorbesitzer muss seine Kopie unbrauchbar machen.

Was ist der Unterschied zwischen OEM und Volumenlizenz?

OEM ist an das Gerät gebunden, auf dem die Software vorinstalliert war, und darf nur mit dem Gerät weitergegeben werden. Die Volumenlizenz gehört dem Unternehmen und wird Benutzern oder Geräten zugewiesen.

Brauche ich für Windows Enterprise eine Volumenlizenz?

Ja. Microsoft gibt Windows Enterprise nur über Volumenlizenzverträge oder Abonnements ab, und zwar als Upgrade auf eine vorhandene Retail- oder OEM-Lizenz.

Gibt es das Open License Programm noch?

Nein. Microsoft hat die Käufe zum 31.12.2021 beendet und das Programm zum 01.01.2022 eingestellt. Bestehende unbefristete Open-License-Lizenzen bleiben mit vollen Rechten nutzbar.

Wie aktiviere ich eine Volumenlizenz?

Mit einem MAK bei Microsoft, über einen eigenen KMS-Host im Netz (ab 5 Servern oder 25 Clients) oder über die Active Directory-basierte Aktivierung in der Domäne.

Was Lizenzus für Sie tut

Wir liefern gebrauchte, unbefristete Microsoft-Volumenlizenzen für Server, Zugriff und Office, jede mit Nachweis zum Erstverkauf im EWR, Erklärung des Vorbesitzers und Erwerbskette. Die Übersicht steht unter Microsoft-Lizenzen kaufen, der Hintergrund unter Gebrauchte Software-Lizenzen. Nennen Sie uns in Ihrer Anfrage Produkt, Version, Edition und Menge. Ihre Anfrage ist unverbindlich.

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