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Lizenzierung

CSP-Lizenz erklärt: Abonnement, Kauflizenz und Weiterverkauf

Was CSP ist, was Abonnement und Kauflizenz im CSP unterscheidet, warum es dort keine Software Assurance gibt, wie CSP Open License ersetzt und was EU-Recht zum Weiterverkauf sagt.

Lizenzus Fachredaktion
CSP-Lizenz erklärt: Abonnement, Kauflizenz und Weiterverkauf

Veröffentlicht am 23.10.2026 · Aktualisiert am 23.10.2026

Eine CSP-Lizenz ist eine Lizenz, die über einen Partner im Cloud Solution Provider Programm (CSP) von Microsoft gekauft wird. Über CSP gibt es Cloud-Dienste, Software-Abonnements und seit dem Ende des Open License Programms auch unbefristete Server- und Office-Software, abgewickelt über das Partner Center unter dem Microsoft Customer Agreement. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Programm, sondern in der Lizenzform: Ein Abonnement endet, wenn die Zahlungen enden, eine unbefristete CSP-Lizenz bleibt. Dieser Beitrag erklärt, was CSP ist, was Abonnement und Kauflizenz im CSP unterscheidet, wie CSP gegen Open Value und gebrauchte Lizenzen steht und was beim Weiterverkauf gilt.

Inhalt

Was CSP ist

CSP steht für Cloud Solution Provider. Es ist laut Microsofts Partner Center eine Autorisierung für Partner, Microsoft-Produkte an Kunden zu verkaufen, mit zwei Vertriebsmodellen: dem indirekten Modell, bei dem ein Partner über einen Distributor kauft, und dem Direct-Bill-Modell, bei dem der Partner direkt mit Microsoft abrechnet. Microsoft beschreibt CSP auf seiner Einkaufsseite als vollständig partnerverwaltete Lösung: Der Partner berät, bestellt, verwaltet und rechnet ab.

Vertragsgrundlage ist der Microsoft Customer Agreement. Bevor ein Partner im Namen eines Kunden bestellen kann, muss der Kunde diesen Vertrag akzeptieren; neue Kunden können ohne Zustimmung nichts kaufen. Der Microsoft Customer Agreement ist laut Microsoft weltweit über CSP-Partner verfügbar und ersetzt für diese Kunden den klassischen Volumenlizenzvertrag.

Vergleich von CSP-Abonnement, unbefristeter CSP-Kauflizenz und gebrauchter Volumenlizenz: Laufzeit, Aktivierung, Software Assurance und Weiterverkauf

Was es im CSP gibt: Cloud, Abonnement, Kauflizenz

Über CSP verkaufen Partner laut Microsoft das gesamte Spektrum der Cloud-Dienste und verschiedene weitere Angebote, darunter Server- und unbefristete Software. Für die Software gelten im Partner Center feste Regeln:

  • Bezug der Schlüssel: Partner sehen Produktschlüssel und Downloads im Partner Center (Rolle Admin agent), Kunden im Microsoft 365 Admin Center (Rolle Global admin).
  • Aktivierung: CSP-Käufe werden mit einem Multiple Activation Key (MAK) aktiviert; KMS-Schlüssel gibt es laut Microsoft nicht, auch nicht auf Anfrage. Was das für Unternehmen mit eigenem KMS-Host bedeutet, erklärt KMS-Aktivierung und MAK erklärt.
  • Downgrade: Microsoft erfüllt im CSP Downgrade-Rechte auf frühere Versionen, bei den meisten Produkten nach der Regel n-1 oder n-2, also eine oder zwei Versionen zurück.
  • Storno: Ein Kauf unbefristeter Software lässt sich innerhalb von 30 Tagen stornieren, danach nicht mehr. Ein Software-Abonnement lässt sich nur in den ersten sieben Tagen einer Laufzeit anteilig erstattet kündigen. Nach einer Stornierung widerruft Microsoft alle zugehörigen Schlüssel und Download-Links.

Abonnement oder Kauflizenz im CSP

Dieselbe Software gibt es im CSP oft in beiden Formen. Die Unterschiede, die für Betrieb und Bilanz zählen:

MerkmalCSP-AbonnementCSP-Kauflizenz (unbefristet)
Laufzeitbefristet, endet mit den Zahlungenunbefristet, nach vollständiger Zahlung
Stornoerste 7 Tage einer Laufzeitinnerhalb von 30 Tagen nach Kauf
AktivierungMAKMAK
License Mobility (ab 01.04.2026)ja, für Windows Server und SQL Servernein, unverändert
Software Assurancenicht im CSPnicht im CSP
Weiterverkauf nach EU-Rechtnein, befristetja, siehe unten

Für die Planung ist die erste Zeile die wichtigste. Ein Abonnement passt zu Lasten, die kommen und gehen, und zu Unternehmen, die laufende Kosten einer Anschaffung vorziehen. Eine Kauflizenz passt zu Servern, die viele Jahre laufen; sie gehört dem Unternehmen, auch wenn der Partner wechselt.

Nach Open License: CSP als Nachfolger

Bis 2021 war das Open License Programm der Einstieg in Volumenlizenzen für kleine und mittlere Unternehmen. Microsoft hat die Käufe über Open License zum 31.12.2021 beendet und das Programm zum 01.01.2022 eingestellt; seit diesem Tag können gewerbliche Kunden darüber nichts mehr kaufen oder verlängern. Für die Zukunft nannte Microsoft zwei Wege: Unbefristete Software ohne Software Assurance kaufen Kunden bei qualifizierten Partnern im CSP-Programm; für Käufe mit Software Assurance empfiehlt Microsoft Open Value. Bereits erworbene unbefristete Open-License-Lizenzen bleiben mit vollen Rechten nutzbar, und bestehende Open-License-Verträge können laut Microsoft noch bis Ende 2026 Tokens aktivieren.

Das frühere Portal, das Volume Licensing Service Center, hat Microsoft im April 2024 eingestellt; die Verwaltung klassischer Volumenlizenzen liegt seitdem im Microsoft 365 Admin Center. Welche Programme es sonst gibt und was eine Volumenlizenz ausmacht, steht in Was ist eine Volumenlizenz?.

Software Assurance und License Mobility

Software Assurance, Microsofts Zusatzdeckung mit Rechten wie neuen Versionen, gibt es im CSP nicht: Die Product Terms halten fest, dass Software-Assurance-Vorteile für Kunden mit Microsoft Customer Agreement nicht verfügbar sind. Das ist der wichtigste Unterschied zu Open Value und zum Enterprise Agreement, und er erklärt, warum Microsoft für Käufe mit Software Assurance weiter auf Open Value verweist.

Einen Teil davon holt Microsoft für Abonnements nach: Seit dem 01.04.2026 haben Windows-Server- und SQL-Server-Abonnements im CSP laut Partner Center License Mobility, also Vorteile, die denen der Software Assurance in den klassischen Programmen entsprechen. Unbefristete CSP-Lizenzen bleiben ausdrücklich unverändert und bekommen keine License Mobility. Wer Software Assurance braucht, etwa für Produkte wie Exchange Server Subscription Edition, deren Betrieb sie voraussetzt, ist im CSP mit einer Kauflizenz falsch; siehe Exchange 2019 Support-Ende.

Pay-as-you-go über Azure Arc

Neben CSP-Abonnement und Kauflizenz gibt es für Windows Server 2025 einen dritten Weg: Pay-as-you-go über Azure Arc, laut Microsoft eine Alternative zur herkömmlichen Dauerlizenz, abgerechnet über das Azure-Abonnement nach Nutzung. Die Nutzungsrechte stehen in den Product Terms. Zwei Grenzen nennt Microsoft: Die Lizenz gilt nur für das Gerät, auf dem sie aktiviert ist, und gibt anders als eine Dauerlizenz keine Rechte für virtuelle Maschinen auf demselben Server. Die Voraussetzungen und die CAL-Regel stehen in Windows Server 2025 Lizenzierung.

Weiterverkauf: was EU-Recht zu CSP-Lizenzen sagt

Der Microsoft Customer Agreement erlaubt die Übertragung von Lizenzen nur für vollständig bezahlte, unbefristete Lizenzen und nur an verbundene Unternehmen oder an Dritte im Zuge einer Ausgliederung oder Fusion. Die Regeln für alle Lizenztypen stehen in Microsoft-Lizenz übertragen. In der EU gilt daneben der Erschöpfungsgrundsatz, und der geht vor. Der Europäische Gerichtshof hat im Urteil C-128/11 entschieden, dass die Übertragung einer Programmkopie zusammen mit einem Lizenzvertrag, der ein unbefristetes Nutzungsrecht gegen Entgelt einräumt, ein Erstverkauf im Sinne von Artikel 4 Absatz 2 der Richtlinie 2009/24/EG ist, und dass der Rechtsinhaber dem Weiterverkauf dann ungeachtet anderslautender vertraglicher Bestimmungen nicht mehr widersprechen kann. Der Vorbesitzer muss seine eigene Kopie unbrauchbar machen.

Für CSP heißt das: Eine unbefristete CSP-Lizenz, die vollständig bezahlt ist, erfüllt die Merkmale, die der Gerichtshof nennt, und darf in der EU weiterverkauft werden. Ein CSP-Abonnement erfüllt sie nicht, weil das Nutzungsrecht befristet ist; der Gerichtshof nimmt außerdem abtrennbare Dienstleistungsverträge wie Wartungsverträge ausdrücklich von der Erschöpfung aus. Beim Kauf einer gebrauchten CSP-Lizenz zählen deshalb dieselben drei Nachweise wie bei jeder gebrauchten Lizenz: der Erstverkauf im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), die Erklärung des Vorbesitzers und die lückenlose Erwerbskette. Den Rahmen erklärt Rechtssicherheit bei gebrauchter Software.

CSP, Open Value oder gebraucht: die Wahl

BedarfPassender Weg
Cloud-Dienste und Microsoft 365CSP-Abonnement
Software Assurance nötig (neue Versionen, Subscription Editions)Open Value oder Enterprise Agreement
Neue unbefristete Lizenz der aktuellen Version, partnerverwaltetCSP-Kauflizenz
Unbefristete Lizenz einer aktuellen oder älteren Version, eigene Verwaltunggebrauchte Volumenlizenz
Schwankende Serverlast, Azure-Anbindung vorhandenPay-as-you-go über Azure Arc

Die Zeilen schließen sich nicht aus. Viele Unternehmen beziehen Microsoft 365 über einen CSP-Partner und lizenzieren ihre Server mit gebrauchten Kauflizenzen, weil dort Versionswahl, Downgrade-Recht und Eigentum zählen.

Häufige Fragen

Was heißt CSP?

Cloud Solution Provider, Microsofts Partnerprogramm für den Verkauf von Cloud-Diensten, Software-Abonnements und unbefristeter Software über Partner, auf Basis des Microsoft Customer Agreement.

Was ist eine CSP-Lizenz?

Eine Lizenz, die über einen CSP-Partner gekauft wurde, als Abonnement oder als unbefristete Kauflizenz. Schlüssel und Downloads kommen aus dem Partner Center oder dem Microsoft 365 Admin Center, aktiviert wird mit MAK.

Gibt es Windows Server als Kauflizenz im CSP?

Ja. Microsoft verkauft über CSP Server- und unbefristete Software; nach dem Ende von Open License ist CSP der von Microsoft genannte Weg für unbefristete Software ohne Software Assurance.

Bekomme ich im CSP einen KMS-Schlüssel?

Nein. CSP-Käufe werden laut Microsoft mit einem MAK aktiviert; KMS-Schlüssel gibt es nicht, auch nicht auf Anfrage.

Kann ich eine CSP-Kauflizenz weiterverkaufen?

Nach EU-Recht ja, wenn sie unbefristet und vollständig bezahlt ist: Der Europäische Gerichtshof wertet die Überlassung gegen Entgelt mit unbefristetem Nutzungsrecht als Erstverkauf, der das Verbreitungsrecht erschöpft. Ein Abonnement ist nicht weiterverkäuflich.

Was ist der Unterschied zwischen CSP und Open Value?

Open Value ist ein klassischer Volumenlizenzvertrag mit Software Assurance; im CSP gibt es keine Software-Assurance-Vorteile, dafür Abonnements, Cloud-Dienste und unbefristete Software unter dem Microsoft Customer Agreement.

Sind günstige Office- oder Server-Lizenzen aus dem Zweitmarkt legal?

Ja, wenn es unbefristete Lizenzen sind, die in der EU oder im EWR mit Zustimmung des Rechtsinhabers erstmals verkauft wurden, und wenn der Verkäufer den Erstverkauf, die Erklärung des Vorbesitzers und die Erwerbskette belegt. Fehlen diese Nachweise oder handelt es sich um Abonnements, ist Vorsicht geboten.

Was passiert, wenn ich ein CSP-Abonnement kündige?

Innerhalb der ersten sieben Tage einer Laufzeit gibt es eine anteilige Erstattung. Nach einer Stornierung widerruft Microsoft die Schlüssel und Download-Links, die Software darf nicht weiter genutzt werden.

Was Lizenzus für Sie tut

Wir liefern gebrauchte, unbefristete Microsoft-Lizenzen aus Volumenlizenzverträgen, jede mit Nachweis zum Erstverkauf im EWR, Erklärung des Vorbesitzers und Erwerbskette; CSP-Abonnements und Cloud-Dienste liefern wir nicht. Die Übersicht steht unter Microsoft-Lizenzen kaufen. Nennen Sie uns in Ihrer Anfrage, welche Server und Zugriffe Sie dauerhaft lizenzieren wollen; wir sagen Ihnen, welche Versionen verfügbar sind. Ihre Anfrage ist unverbindlich.

Quellen

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